Bevor ich Frankreich vielleicht verlasse, gucke ich es mir erst nochmal richtig an, wie schön es eigentlich ist. 3 Wochen will ich das Elsass hinter mir lassen und mir andere Landesteile ansehen, Menschen treffen, staunen und vor allem Urlaub machen. Für Anfang März schien mir ein kühner Sprung nach Süden genau richtig.
Donnerstag abend bin ich gut in Marseille angekommen, aber wenn es dunkel ist, ist es eben dunkel. Motiviert begann ich den Freitag mit einer Free Walking Tour, bin dann noch alleine rumgestromert, habe mich nachmittags mit einem Couchsurfer getroffen und mit ihm noch alle fehlenden Sehenswürdigkeiten und die Strände abgeklappert. Wunderschön, aber so platt war ich abends schon lange nicht mehr.
Am nächsten Tag war ich ein paar Stunden in Aix-en-Provence und danach wieder in Marseille am Hafen.
Am Sonntag ging es zu den Calanques, felsige Mittelmeerbuchten in einem Nationalpark direkt neben Marseille. Sonnenschein, beeindruckende Felsen, türkisblaues Meer…wenn die Sonne nicht irgendwann untergegangen wäre, wären wir wohl dort geblieben.
Meinen letzten Tag in Marseille nutzte ich um zu den Frioul-Inseln zu fahren. Man fährt vorbei an der Gefängnisinsel, die als Inspiration für den Grafen von Montechristo gilt. Es war früh, mit mir auf dem Boot nur Inselbewohner*innen, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt. Und ihr Postbote. Und extremer Wellengang. Aber sobald ich bei so strahlend blauem Himmel am Hafen ankam, war der verdrehte Magen wieder vergessen. Ich hab die Größe der Inseln voll unterschätzt und mein Zeitplan haute hinten und vorne nicht hin. Es wurde ein sehr stressiger, sportlicher, verschwitzter Ausflug, aber mit schönem Blick.
Mittags habe ich mich mit Loic getroffen, einem Couchsurfer, den ich vor 8 Jahren auf meiner Balkantour kennengelernt habe und der mein Profil wiedererkannt hat. Nach einigen Tagen entweder allein oder nur mit fremden Leuten, war das quasi ein vertrauter Freund. Ein schöner Abschied von dieser verrückten Stadt.